Veranstaltungen Juni 2017

IDIL NUNA BAYDAR: „Ghettolektuell“ Jilet Ayse

idil2017

MO 26. Juni 2017, 20 Uhr
IDIL NUNA BAYDAR: „Ghettolektuell“
Jilet Ayse

Ein ganzes Land wird zum Gespräch gebeten. Ein Land, in dem Idil Nuna Baydar lebt und das ihr zunehmend Sorgen bereitet. Sie hat als hier geborene und vom Umfeld geprägte Berlinerin einiges an Migrations- Hintergründigkeit zu bieten und tut das gerne und vehement vor allem in ihrer typischen Figur Jilet Ayse auf sehr eindrucksvolle und gewollt nachhaltige Weise.
Bei Bedarf VITA-Auszüge…

Jilet Ayse ist schwer und gewichtig, rein und rassig und glaubt das auch noch, wenn sie in den Spiegel schaut. Der ansonsten übrigens hauptsächlich dem Zuschauer vorgehalten wird. Sie ist überzeugt davon, das richtige Instrument zur Persönlichkeitsbildung und zur individuellen Freiheit gefunden zu haben – Sturheit! Getreu dem Motto: „Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirr’ sie!“ hinterlässt sie leidenschaftlich vorgetragene Argumentationsketten, die nur am Anfang logisch und gerecht erscheinen. Das tun sie aber immer für Jilet Ayse! Und wir sollten es glauben. Immerhin schwört sie uns in guter, alter Kanak-Sprachen-Tradition, dass alles, was uns unglaubwürdig vorkommt, die Wahrheit ist. Und schon kommt es uns bekannt vor.
Für jede ihrer Überzeugungen würde sie auch glatt sterben. Nicht sofort, klar. Aber wenn sie einen persönlichen Vorteil in ihrem Tod sehen würde, wär’ sie sofort dabei. Und so erleben wir altbekannte Stereotypen, nagelneue Schimpfwörter, ungelogene Wahrheiten und garantierte Tatsachen am laufenden Band und mit besonders breiter Brust vorgetragen.

Aggression ersetzt Überzeugungskraft bei Jilet Ayse und Lautstärke fehlende Argumente. Wenn sie etwas zu ihrem eigenen Wohl erreichen kann, dann wird sie trotz aller Vehemenz schnell opportunistisch, ohne zu wissen, was das ist. Sie verbreitet Botschaften, Lösungen und Angst in den ersten Reihen. Und doch wird sie geliebt. Davon ist sie zumindest überzeugt. Vermeintlich naiv begegnet sie Unbekanntem und hofft, irgendwann den Lohn für ihr anständiges Leben zu bekommen. Der Weg dahin ist sicher noch weit, aber äußerst unterhaltsam für den Zuschauer.

Wir sind Idil Nuna Baydar auf den Leim gegangen, wir haben uns mitreissen lassen und uns diebisch gefreut über Boshaftigkeiten, beschwörte Tatsachen und Schimpftiraden in unterschiedlichsten Sprachfärbungen und aus unterschiedlichsten Richtungen. Aber wir haben auch verstanden, was da gerade passiert ist im Gespräch zwischen Idil Nuna Baydar und Deutschland. Überzeichnete Absurditäten, die uns vor Augen halten, wie banal und unnötig manche Befürchtungen sind und wie kleingeistig und egoistisch die Maulaffen dieser Welt Meinung machen, werden uns zukünftig bemerkenswerter erscheinen. Während vor unseren Augen ein Pulverfass mit vermeintlichem Geschwätz explodiert ist, wurde uns hinten aus der Hosentasche unsere Ansammlung an Vorurteilen geklaut und bleibt hoffentlich für immer verschwunden. Im Gegensatz zu Idil Nuna Baydar. Sie soll weiter mit uns reden, uns analysieren, schockieren und uns mit ihrer Überzeugungskraft vor dem nahezu sicheren Aussterben bewahren. Und sie soll alle Menschen erreichen, die noch nicht begriffen haben, dass man auch und vor allem übers Lachen zur Wahrheit kommen kann.
Eintritt: VVK 15/12 Euro/ AK 17/14 Euro
Kartenreservierung

DOUBLE TROUBLE »Jedwedes Übel ist ein Zwilling« Heinrich von Kleist

30.5.2.6

FR 30. Juni 2017, 20 Uhr
SO 2. Juli 2017, 18 Uhr
DOUBLE TROUBLE
»Jedwedes Übel ist ein Zwilling«
Heinrich von Kleist
Ein Unglück kommt selten allein. Ein Zwilling auch nicht: Lisa und Laura Goldfarb, ein doppelter Espresso auf der Bühne: klein, süß und besonders stark. Eines von diesen Exemplaren ist für die meisten Menschen schon zu viel. Doch sie gibt es auch noch doppelt. Das bedeutet Trouble. Double Trouble.

Lisa und Laura Goldfarb treiben ihre Pointen stets auf die Spitze und geben einen atemberaubenden Takt vor: bitterböse, präzise und mit einem gehörigen Schuss jüdischem Humor. Ihre Spielweise beruht auf Tempo, überraschenden Wendungen, abrupten Rollenwechseln und hoher Dynamik. Die Themen verwirren und entflechten sich, werden unterbrochen und wieder aufgenommen, so dass anstatt der klassischen und vorhersehbaren Nummern-Abfolge ein thematisches und textliches Gewebe entsteht, das immer wieder überraschende Volten ermöglicht.

Lisa und Laura Goldfarb studierten an der Folkwang Universität der Künste. Derzeit sind sie am Deutschen Theater Berlin in einer Inszenierung von Andreas Kriegenburg zu sehen. Sie sind Trägerinnen des renommierten Hersfeld-Preises und haben bereits an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen gespielt und inszeniert, beispielsweise am Schauspielhaus Düsseldorf, dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden oder dem Schauspielhaus Essen. Ihre Inszenierungen wie die des »Don Quijote« (Große Bühne Bad Hersfeld) oder des Musicals »Cabaret« (Theater Trier) haben Kritiker wie Zuschauer gleichermaßen begeistert und überregional für Aufmerksamkeit gesorgt. In diesem Jahr waren sie unter der Regie von Marcus H. Rosenmüller live und im Bayerischen Rundfunk beim Münchner Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg zu sehen, ihre nächste Inszenierung ist Brechts Dreigroschenoper am Theater Trier.
Eintritt: VVK 12 Euro; Abendkasse 15 Euro
Kartenreservierung

FIESTA DE SALSA – jeden Freitag

tangosalsa

FR 30. Juni  2017, 23 Uhr
FIESTA DE SALSA – jeden Freitag

SALSA Merengue, Bachata, Cumbia y más sabor… mit Dj. Carlos
Jeden Freitag ab 22.30 Uhr
KARIBIK-FEELING HAUTNAH ERLEBEN!!!
Eintritt: 4,- Euro