Comedywoche

Comedywoche

Wenn Türken lachen machen!
21.-29. Mai 2011
III: Deutsch-Türkische Comedywoche 2011

III: Alman- Türk Komedi Haftası
Die Türken sind da! Da! Da! Da!

Haben wir es nicht schon letztes Jahr gesagt? Die Türken sind da! Jedes Jahr aufs Neue. Und wären sie früher und sofort schon angekommen – aus dem Zug ausgestiegen und nicht in Ausländerwohnheimen, an Hochöfen, Fließbändern oder bei der Müllabfuhr untergegangen …äh… untergekommen, könnten sie dieses Jahr zum 50. Mal eine Comedy-Woche abfeiern und sagen: Schaut her! So sieht ein lustiger Türke aus, macht Witze und macht euch lachen. Und nicht nur das! Wir helfen euch auch gerne Deutschland abschaffen! Zum Beispiel haben wir das “Türken” erfunden und damit euch einen Bundeswehrminister mit getürkter Doktorarbeit beschert.
Was wären also die Deutschen ohne ihre Türken?
Idiotische Banker, großmäulige Spekulanten, gigantomane Machtpolitiker, deren Sicherheitsbedürfnis bis Afghanistan reicht, nein, sie schaffen es nicht alleine, das Land zu ruinieren! Besser ist, wenn der Türke mit seinem Supergen als Sündenbock den Gärtner macht.
Vom anatolischen Schafshirten zum angermanisierten Sprücheklopfer.
Ein Fall für den Integrator: Der Türke trägt Bart und Kopftuch, macht Döner und Abitur, will die Welt muslimieren und weigert sich, die Schweine ihrer natürlichen Bestimmung zuzuführen.
Na, das kann ja, heiter werden.
Lasst uns noch einmal gemeinsam lachen. Wer weiß, wann es uns vergeht?

SA 21. Mai 2010, 20 Uhr, AUSVERKAUFT bzw. mit Einladung!
Muhsin Omurca
„Türkenhimmel“

Und immer wieder hört man: “Es kommt auf die inneren Werte an!”
Liebe, Treue, Verlässlichkeit, aber auch Glaube, Vaterlandsliebe etc. gehören dazu. Aber wie lassen sich Echtheit und Stärke “innerer Werte” feststellen?
Um ein “Patriot” zu werden zum Beispiel muss man im Grunde genommen gar nichts unternehmen. Keine Schule besuchen, nicht mal das Alphabet beherrschen, keinen Cent ausgeben, absolut UMSONST und ohne Anstrengung kann man Patriot werden.
Der Kabarettist MUSSIN hat sich wieder einmal seinen Kopf über diese und jene Gretchenfragen zerbrochen und der Menschheit mit seinen Lösungsvorschlägen einen großen Dienst erwiesen, aber höchstwahrscheinlich wieder mal vom Nobelkomitee übersehen werden wird.
Anschließend
TRYOL
Jazz & Anatolian Standards

Alte Plätze sonnig schweigen. Tief in Blau und Gold versponnen.
Aus schwarzem Samt schälen sich schweigend Feen, der Wünsche gab es drei zu vergeben und vergebens suchten sie Bedürftige.
Auf der Bühne ein Klavier, eine Trompete; es schlug nicht der Kirchturm zwölf, sondern der dritte im Bunde die Trommel.
Auf klingendem Regenbogen glitten sie herab, zum Staunen der Musen aus ostwestlicher Richtung. Etwas atmet die Ferne, die Nähe, das bekannte Unbekannte, das vertraute Neue.
Tryol lässt viele Wege offen, kein Notenschlüssel dreht sich im Schloss. Mädchen stehen an den Toren, der Brunnen spuckt die Löwen aus. Silbern flimmern weise Lieder. Heimlich wippt das taube Knie.
Das Trio aus Yavuz Duman (Trompete/Flügelhorn), Utku Yurttaş (Klavier/Keyboard), Kazım Çalışgan (Davul/Percusion) spielen Jazz und anatolische Standards.


VVK 15 / 12 Euro, AK 17 / 14 Euro
SO 22. Mai 2011, 20 Uhr
RebellComedy

Schon beim Eintreten wird klar: Das hier hat nichts mit den geläufigen Comedy Formaten zu tun. Soulige Musik füllt den Raum, Jugendliche und junge Männer/Frauen aller Nationalitäten schauen nach freien Sitzplätzen. Eine Musikgruppe freestylet in der Ecke, eine junge Frau bestellt einen Tee. Ein DJ steht am 1210er… Was passiert hier? RebellComedy!
Eintritt: 10 / 8 Euro
DO 26. Mai 2011, 20 Uhr
“Der Integrator“ ist „Zu Gast bei Freunden“
Der Integrator und Türkischer Bundeskanzler
Aydın Işık
ein geborenes Migrantenkind,
integriert was das Zeug hält,
begeisterter Zuschauer von „Musikantenstadl“,

lädt in seinem neuen Kabarettprogramm namens „Zu Gast bei Freuden“ drei Mitbürger, die mit ihrem Dasein das ganze Deutschland sowohl politisch als auch kulturell und vor allem zwischenmenschlich voranbringen.
Drei Musterbeispiele für Sendungen wie „Anne Will“, „Hart aber Fair“ oder auch „Presseclub“.
Baran O.Bala (Türkischer Bundeskanzler)
Ein 50-Cent-Jobber.
Kenan aus Kreuzberg
VVK 15 / 12 Euro, AK 17 / 14 Euro
FR 27. Mai 2011, 20 Uhr
Serpil Pak „In Schleier Haft“
Eine Orientwalküre packt aus

„Stand up Comedy, die unters Kopftuch geht“. (Taz Online)
Serpil Pak hat es nicht leicht. Als Berufstürkin und Passdeutsche ist sie in einem zwangsschizophrenen transkulturellen Spannungsfeld gefangen, dass sie nur dank ihres Psychologiestudiums und ihrer manischen Kaufsucht erträgt. Shoppen gegen die nächste Depression, wenn ihre Mutter mal wieder als Hobbyärztin mit freiverkäuflichen Antibiotika aus der Türkei die gesamte Nachbarschaft kuriert“.(Berliner Morgenpost)
Nichts und niemand wird verschont. Nicht die modische türkische Schleierträgerin, und die verklemmte Lesbe oder der liebeskranke türkische Gemüseverkäufer, der seiner Frau beim CSD in Kreuzberg die schöne Drag Queen als wahres weibliches Vorbild zeigt. (Aviva)
„Die Verbalakrobatin präsentiert multiple Persönlichkeitsfacetten in Bundesdeutschen Parallelwelten die auf den tiefsten Grund gehen. Darunter die integrierte Bundestürkin, die Orientwalküre, die Sexkoryphäe und die ganz schlichte Psychotikerin“. (Taz Online)
„Der humorvolle weibliche Einblick in das schizophrene Gefühlsleben einer Berufstürkin und Bundesdeutschen auf einer Comedybühne war seit langem überfällig“. (Berliner Morgenpost)
VVK 15 / 12 Euro, AK 17 / 14 Euro
SA 28. Mai 2011, 20 Uhr
“Krähenfüße“
Das neue deutsch-türkische Kabarettprogramm der „Trockenblumen“.
Produziert vom interkulturellen Wupper Theater, das im Jahre 2011 bereits sein 20-jähriges Bestehen feiert.
Eigentlich befinden sich Hilde Ronsberger (Marcia Golgowsky) und Ayşe Horozoglu (Lilay Huser) bereits im Herbst ihres Lebens, als sie in einem Krankenhaus-Aufzug, der stecken bleibt, zum ersten Mal aufeinander treffen. Eine schicksalhafte Begegnung. Im ersten Teil der Geschichte dieser außergewöhnlichen Freundschaft erzählten die Protagonistinnen mit viel Charme und Wortwitz den Beginn ihrer spannenden Beziehung voller Missverständnisse und Animositäten, aber auch voller Solidarität.
Auch in dem neuen Stück des erfolgreichen deutsch-türkischen Kabarettduos nehmen „Die Trockenblumen“ kein Blatt vor den Mund und präsentieren ihrem Publikum weitere abenteuerliche Geschichten und unterhaltsame Anekdoten aus ihrem immer noch saftigen Leben.
Was dabei herauskommt, wenn Hilde und Ayşe den Hamburger Kiez entdecken, gemeinsam Ayşes potentiellen Schwiegersohn auf Herz und Nieren prüfen, für Hilde einen neuen Traummann im Internet suchen und nebenbei noch schnell Ayşes sechsjährige Enkelin aufklären, sehen Sie im aktuellen Programm „Krähenfüße“.
Missverständnisse sind die Würze ihrer interkulturellen Dialoge.
Es spielen: Marcia Golgowsky („Talort“) und Lilay Huser („Türkisch für Anfänger“)
Regie: Meray Ülgen („Takva“)
Text: Marcia Golgowsky
Bearbeitung und Produktionsleitung: Barbara Krott
Anschließend TURKISH PARTY
VVK 15 / 12 Euro, AK 17 / 14 Euro

SO 29. Mai 2011, 20 Uhr
Senay Duzcu und Ilhan Atasoy
Senay Duzcu
Senay Duzcu ist die erste weibliche türkische Stand-up-Comedian in Deutschland. Für sie ist es wichtig, die Kulturunterschiede aus Sicht einer türkischen Frau zu zeigen und deren Zweideutigkeit auf witzige Art und Weise zu präsentieren. Senay improvisiert sehr oft ihre Auftritte und macht so jeden Besuch zu einem einmaligen Erlebnis. Es gelingt ihr mit Humor vor dem Hintergrund der gelebten Realität der Interkulturalität die politische Auseinandersetzung zu diesem Thema aufzulockern, ohne deren Bedeutung abzuwerten. Vielmehr eröffnet ihre herzerfrischende Ironie so manche neue, ungewohnte Sichtweise und bringt Bewegung in scheinbar eingefahrene und unverrückbare Positionen in dieser Auseinandersetzung.

Ilhan Atasoy “König vom Borsigplatz”
Der türkische Autor, Poet und Komiker Ilhan Atasoy bringt nach Auftritten von Berlin über Karlsruhe bis Wuppertal jetzt sein Solo-Programm aus politisch garantiert unkorrekter Satire, Dichtung, Wahrheit und Musik auf die Bühne. Atasoys Blickwinkel ist satirisch verzerrt. Auf ein literarisches Genre lässt sich der in Mittelanatolien geborene Dortmunder nicht festlegen. Nichts und niemand ist ihm heilig: Ilhan Atasoy gießt viel Wasser in manchen Wein, plaudert über den Islam, den Fußball und den Deutschen. Er stellt sich der Aufgabe, als Ausländer die deutsche Sprache zu vermitteln. Er sagt, >Die Deutschen sterben aus, wer soll die deusche Sprache bewahren?< und nimmt somit diese Angst der Inländer auf die Schippe. Ilhan Atasoy ist vielseitig. Deutsch, Türkisch, Prosa, Lyrik, scharf, nicht so scharf, mit und ohne Soße. Er trägt mit seiner „Saz“ nicht nur eigene Gedichte, sondern auch die Gedichte von türkischen und deutschen Dichtern vor. Auf Deutsch oder Türkisch, manchmal auch in einer explosiven Mischung, gibt Atasoy seine west-östlichen Weisheiten lyrisch oder einfach nur prosaisch zum Besten. Mit seinen scharfen Spitzen nimmt er sowohl seine türkischen als auch seine deutschen Landsleute aufs Korn und beweist seine Liebe zu Deutschland, auch wenn er eigentlich nur hier lebt >>um der Erdbebengefahr in der Türkei zu entgehen<<. Köstlich amüsiert sich seine Zuhörerschaft über seine kabarettistischen Auftritte. Wer nicht kommt, hat dann eben nichts zu lachen.
VVK 15 / 12 Euro, AK 17 / 14 Euro