Nicht in Ordnung 나는 괜찮지 않다
MinJu1

DO 17. Dezember 2026, 19:00 Uhr
FR 18. Dezember 2026, 19:00 Uhr
Nicht in Ordnung
나는 괜찮지 않다
Installatives Tanztheater / Performance
Katakomben-Theater Essen
Von MÜN Kollektiv – Minju Kim & Moonjoo Kim

Was bedeutet es, „in Ordnung“ zu sein – und wer entscheidet darüber?
Nicht in Ordnung – 나는 괜찮지 않다 untersucht, wie gesellschaftliche Erwartungen, Blicke und Regeln sich in Körper einschreiben. Ausgangspunkt ist der koreanische Begriff Han () – ein schwer übersetzbares Gefühl, in dem Schmerz, Unterdrückung, Ausdauer und über Generationen weitergetragene Erfahrungen miteinander verbunden sind.
Zwischen Tanz, Sprache, Live-Musik und Live-Kamera macht die Performance sichtbar, was lange ausgehalten, angepasst und mit einem einfachen „Es ist okay“ überdeckt wurde.

Über die Performance
괜찮아 – Gwaenchanha.“
„Es ist okay.“
Ein Satz, der tröstet. Ein Satz, der beruhigt. Aber auch ein Satz, mit dem Schmerz relativiert, Erwartungen erfüllt und Konflikte unsichtbar gemacht werden können.
Nicht in Ordnung – 나는 괜찮지 않다 folgt den Spuren, die gesellschaftliche Normen und über Generationen weitergegebene Erfahrungen im Körper hinterlassen. Im Mittelpunkt stehen weiblich markierte Körper und die Frage, wie Kontrolle heute nicht nur von außen wirkt, sondern zunehmend auch durch Selbstoptimierung, Selbstbeobachtung und Selbstdisziplinierung.
Ausgangspunkt der Arbeit ist der koreanische Begriff Han (). MÜN Kollektiv nähert sich Han nicht als feststehendem kulturellen Begriff, sondern als einer Erfahrung, die sich körperlich manifestieren kann: in zurückgehaltenem Atem, Spannung, Anpassung, Wiederholung – und in der Fähigkeit, weiterzumachen.
Die Performance verbindet Prinzipien des koreanischen Tanzes – Atem, Gewicht, Bodennähe und die Bewegung aus dem Körperzentrum – mit zeitgenössischem Tanz, Physical Theatre, Text und Live-Musik.
Dabei wird auch die Live-Kamera zum Teil der Performance. Sie beobachtet, vergrößert und rahmt den Körper und macht damit die Mechanismen von Blick, Kontrolle und Selbstbeobachtung sichtbar.
Die Arbeit entstand aus einer künstlerischen Recherche in Deutschland und Südkorea, aus Gesprächen und Interviews sowie aus der Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Bildern und Erwartungen an Weiblichkeit. Nach einer ersten Showing-Phase im August 2026 in Seoul wird das Material für die Aufführungen in Essen weiterentwickelt und aus dem deutschen gesellschaftlichen Kontext neu betrachtet.
Dabei entsteht kein abgeschlossenes Bild davon, was „die Frau“ oder „Han“ bedeutet. Vielmehr fragt die Arbeit:
Was tragen unsere Körper weiter, obwohl wir längst glauben, es überwunden zu haben?
Wann wird Anpassung zur Gewohnheit?
Und was geschieht, wenn ein Körper zum ersten Mal sagt:
Ich bin nicht in Ordnung.

Künstlerisches Team
Minju Kim – Konzept, Co-Regie, Performance
Moonjoo Kim – Konzept, Co-Regie, Performance
Este Kirchhoff – Musikalische Leitung, Performance
Sein Kim – Dramaturgie
Maribel Medina Rodriguez – Ausstattung
Jan Leschinski – Technische Leitung
Soyoung Park – Bühnenbild, Bühnendesign
Yoonhee Kim – Lichtdesign
Panseok Kim – Video, Kamera Unterstützung
Dohye Kim – Online-Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit
Gureumsondongnae – Grafikdesign / Öffentlichkeitsarbeit
Yongjin Oh – Fotografie

Eine Produktion des MÜN Kollektivs.
Entwickelt im Rahmen einer künstlerischen Recherche und Produktionsphase in Deutschland und Südkorea.

Förderung
Gefördert durch:
Seoul Foundation for Arts and Culture
Goethe-Institut
Landesbüro Freie Darstellende Künste NRW
Kulturamt Essen

Kooperationspartner
Katakomben-Theater Essen

Mit Unterstützung von
HELIOS Theater Hamm
Consol Theater Gelsenkirchen

Sprache: Deutsch / Englisch / Koreanisch
Empfohlen ab 16 Jahren

Tickets
18 € regulär
12 € ermäßigt
Ermäßigung für Schüler*innen, Studierende, Auszubildende und Personen mit entsprechendem Berechtigungsnachweis.
Empfohlen ab 16 Jahren