SO 25. November 2012, 20 Uhr
THOMAS REIS
Gibt’s ein Leben über 40?
Regie: Joe Knipp
Als eine »bizarre Mischung aus Kafka, Heine und Gene Kelly« beschrieb die ZEIT Thomas Reis, der schon als Schüler mit dem Kabarett begann. Mehr als zehn Literatur-, Kleinkunst- und Kulturpreise heimste er bisher ein, zuletzt den Gaul von Niedersachsen.
Nebenher liefert Reis seine satirischen TV-Beiträge an die Fernsehsender der Republik. Allein beim NDR war er mit seinem kabarettistischen Wochen-Rückblick über ein- hundertmal präsent.
Die Presse schrieb: »… darf man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Denn dieser Mann ist umwerfend und seine Show ein einzigartiges Feuerwerk aus Politik, Nonsens, schräger Lyrik und krauser Philosophie. Wortgewaltig und von ungezügelter Kreativität spielt sich der Altkabarettist durch ein zweistündiges Programm, facettenreich und dicht, bei dem er sein Publikum keinen Moment lang aus den Augen verliert.« (Badische Zeitung) »Es wird über Politik (ein bisschen), Sex im Alter (ein bisschen mehr) und Lebensstilfragen (viel) diskutiert, und dabei erzählt Reis völlig verrückte Geschichten.« (Kölnische Rundschau) »Ein Stück satirischer Gegenwarts-Analyse, wie sie intelligenter und schlagfertiger kaum sein könnte.« (Kölner Stadt-Anzeiger) »Ein ‘schwer vermittelbarer Langzeitbeziehungsloser’ … entdeckt plötzlich sein Faible für Besucherpantoffeln, betreibt Rasenmähen als Extremsportart und kultiviert als höchste erotische Obsession den ‘flotten Zweier’.« (Trottoir)
»Ich bin gerne Kabarettist, aber Henker beneide ich doch. Die verändern Menschen wirklich.«
Wisst Ihr, wie’s aussieht, wenn jemand 40 wird? Du lädst die Leute für acht ein und die kommen um sieben. Wenn Du nicht rein feierst, ist um Mitternacht keiner mehr da. Stimmung kommt auf, wenn’s zu spät ist. Du unterhältst Dich über private Rentenversicherungen, Wellness, Scheidungskosten, alte Zeiten und Arzttermine. Der DJ hält Dich für senil und spielt das Who ist Who der Lieder, die Du nicht mehr hören kannst, während sich Deine Mutter darüber erstaunt zeigt, daß die Bedeutung des Topfschlagens auf Deinen Geburtstagen immer stärker in den Hintergrund rückt. Und als einzige das Tanzbein schwingt. Ist das Altersschwachsinn oder ist das Alter Schwachsinn? Ewige Jugend, die vergänglichste Form der Ewigkeit.
“Gibt’s ein Leben über 40″ ist eine Groteske über unsere Macke mit der Zeit, über die heitere Vergeblichkeit des Strebens. Ein Stück über komische Opas und gepiercte Omas; über ältere Kinder und kindliche Eltern; über Raver auf’m Tretroller mit Ischiasproblemen und Soziologiestudentinnen mit Seniorenpaß; über Menschen, die sich solange fortbilden, bis sie weg sind, und über solche, die pausenlos arbeiten, um später dann doch keine gute Zeit zu haben. Kabarett zwischen Gegenwartsangst und Zukunftsbewältigung, zwischen Faltencreme und Kinderwunsch. Eine Lesung zwischen den Zeiten über die Eitelkeit der Macht und die Macht der Eitelkeit.
Das Leben ist eine einzige Midlife-Crisis. Und wer sich mit 70 immer noch fragt, was will ich später eigentlich mal machen, wer sich mit 80 von seiner Freundin trennt, weil er das Bedürfnis hat, sich erstmal richtig auszuleben, bevor er sich bindet, der hat doch irgendwie auch recht.
“Gibt’s ein Leben über 40″ ist eine Satire über den Witz des Lebens, dessen Pointe die Vergänglichkeit ist, denn wer sich ernst nimmt, der wird sich doch gar nicht gerecht.
Eintritt: Vorverkauf 15 / 12 Euro; Abendkasse 17 / 14 Euro
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